Chocologie

Wie die "Speise der Götter" als Heil- und Genussmittel für Körper und Seele, ihren Weg von den Azteken über die europäischen Fürsten- und Königshöfe in die Schweiz fand.

Speise aus dem Paradies

Für die Azteken war Kakao göttlichen Ursprungs: "Chat Ekchuah", der Gott des Kakaobaumes, hatte den Menschen diese "Speise der Götter" geschenkt. Sie bereiteten Kakao "Xocolatl"(Schokoladewasser) als scharfes, eher salziges Getränk zu. Jahre später schrieb ein spanischer Chronist: "Dieses Getränk ist so gesund und nahrhaft, wer eine Schale davon getrunken hat, kann den ganzen Tag reisen, ohne zu essen."

Wonne des Gaumens

Schokolade wurde zu Beginn nur in flüssiger Form konsumiert. Den süssen Schokoladentrunk sollen die Nonnen eines Klosters in Chiapas aus Kakao, Vanille und Rohrzucker um das Jahr 1550 erfunden haben.

Das Getränk galt lange als Luxus an den europäischen Fürsten- und Königshöfen. Erst Anna von Österreich, Ehefrau von König Ludwig XIII machte die Schokolade in Frankreich populär. Sie beauftragte den Obersten Chaillion Schokolade zu produzieren und zu verkaufen.
Er richtete 1675 die erste Schokoladenstube in Paris ein.

Das erste Schokoladenhaus wurde bereits 1657 in London eröffnet.

Universelles Hausmittel

Schokolade war anfänglich in Deutschland neben anderen neuweltlichen Pflanzen unter dem Namen "choccolata indica" Apothekerware. Auch der Verfasser der Schrift "Curieus", der als offenherziger Wein-Arzt galt, empfahl 1753 Schokolade in Kombination mit anderen Zutaten als universelles Hausmittel in allen Lebenslagen. Im Jahre 1800 war bereits weit bekannt, dass Schokolade nicht nur in flüssiger Form ein Genuss war. Es gab allein in Hamburg 400 Zuckerbäcker, die die köstlichen Schokoladenleckereien herstellten.

Balsam für die Seele

Ab Mitte des 20. Jahrhunderts wandelte sich das Image der Schokolade von einem Heil- und Genussmittel für den Körper mehr und mehr zu einem Heil- und Genussmittel für die Seele.

François-Louis Cailler, Daniel Peter, Theodor Tobler

Die Schokolade kommt in die Schweiz

1819 eröffnete François-Louis Cailler in Corsier bei Vevey eine der ersten mechanisierten Schokolade-Manufakturen. Damit war die Schokolade in das Land eingezogen, in dem sie bald die grössten Förderer und Pioniere fand. Die Schweiz ist die Wiege der Schokolade in der Form, wie wir sie heute kennen.

1875 erfand Daniel Peter die Milchschokolade. Der Sohn eines Metzgers heiratete 1863 die älteste Tochter von F.-L. Cailler und versuchte mit Hilfe seines Freundes Henri Nestlé, ein neues Produkt zu kreieren: die Milchschokolade. Erst nach jahrelanger Forschung wurde diese beim Publikum zu einem Erfolg.

1879
entwickelte Rodolphe Lindt mit dem Conchieren ein Verfahren, mit welchem erstmals eine fliessfähige Schmelz- oder Fondant-Schokolade produziert werden konnte.

1908
erfand Theodor Tobler die Schokolade mit Mandel-Honig-Nougat.