Gesellschaft

Nachhaltigkeitsbericht 2017

Arbeitswelt - Menschen im Mittelpunkt

Eine unserer wichtigsten Anspruchsgruppen sind unsere Mitarbeitenden, die sich täglich mit viel Leidenschaft und Engagement für die zahlreichen und vielfältigen Kundenanforderungen und Konsumentenwünsche einsetzen.

Wir sind überzeugt, dass eine optimale Arbeitsleistung nur mit gesunden, zufriedenen und motivierten Mitarbeitenden erbracht werden kann. Daher versucht die Chocolat Frey AG mit zeitgemässen und flexiblen Arbeitszeitmodellen über alle Stufen hinweg auf die individuellen Bedürfnisse und Lebensgestaltungen ihrer Belegschaft einzugehen.
Aspekte und Herausforderungen, die das Wohlbefinden unserer Mitarbeitenden beeinflussen, wie die Arbeitsbedingungen, Gesundheit, Arbeitssicherheit sowie die Aus-und Weiterbildung, werden prioritär in der Nachhaltigkeitsstrategie im Handlungsfeld „Arbeitswelt“ abgehandelt.

Wir möchten uns auch in Zukunft für faire und fortschrittliche Arbeitsbedingungen einsetzten und als verantwortungsvoller und attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen werden. Mit unserem Engagement sorgen wir für qualifizierten Fach- und Führungskräfte-Nachwuchs und garantieren Zuverlässigkeit gegenüber unseren Geschäftspartnern - jetzt und auch in Zukunft.

Bei der Chocolat Frey AG üben Frauen, Männer, Berufseinsteiger und Berufserfahrene aus 50 verschiedenen Nationen über alle Altersgruppen und Funktionsstufen hinweg unterschiedlichste Berufe aus. Im Berichtsjahr beschäftigte Chocolat Frey 778 Mitarbeitende (Stichtag 31.12.2017). Die Fluktuationsrate lag bei 8.2%. Eine Unternehmenszugehörigkeit von durchschnittlich 10 Jahre zeichnet Chocolat Frey als beliebten Arbeitgeber aus.

Zusätzlich, zu den festangestellten Mitarbeitenden, arbeiteten im Berichtsjahr durchschnittlich 173 temporäre Mitarbeitende in der Produktion von Chocolat Frey, die insbesondere die saisonalen Schwankungen im Produktionsbetrieb ausgleichen.
Chocolat Frey verzeichnet eine Hochsaison von Juli bis Dezember. In diesem Zeitraum erfolgt die Weihnachts- und Osterproduktion, die einen erhöhten Personalbedarf bedingt.

Die Personalstruktur von Chocolat Frey blieb über die letzten Jahre hinweg stabil. Die überwiegende Mehrheit der Angestellten arbeitet in Vollzeit. Im Berichtsjahr haben insgesamt 164 Personen im Teilzeitpensum gearbeitet.

 

 

 

Seit 2015 verzeichnet Chocolat Frey eine leichte Zunahme neu eingestellter Mitarbeitenden. Mit 119 neuen Mitarbeitenden setzte sich der Trend auch im Berichtsjahr fort.
50% der neuen Mitarbeitenden sind der Alterskategorie 30 bis 49 zuzuordnen, was die Altersverteilung des bestehenden Personals widerspiegelt. Die grösste Altersgruppe bilden die 30-49-Jährigen. Das Durchschnittsalter der Chocolat Frey-Mitarbeitenden beträgt 42 Jahre.

Im Berichtsjahr bleibt auch die Förderung der Berufsausbildung und die Förderung junger Nachwuchskräfte zentral. 2017 beschäftigte Chocolat Frey 50 Lernende, davon 21 Lehreintritte.


 

Zusammen mit den temporären Angestellten liegt der Frauenanteil bei 58%. Ohne Berücksichtigung des temporären Personals ist die Geschlechterstruktur jedoch ausgewogen und der Anteil von männlichen und weiblichen festangestellten Mitarbeitenden pro Altersgruppe insgesamt ausgeglichen. 2017 arbeiteten 394 Frauen und 384 Männer als Festangestellte bei Chocolat Frey.

 


 

 

 

 

 

Die Geschlechterverteilung nach Beschäftigungsgrad zeigt, dass mit einem Anteil von 86.6% die Teilzeitstellen über alle Altersgruppen hinweg überwiegend von Frauen besetzt werden. Bei den temporären Mitarbeitenden liegt der Frauenanteil mit 89% noch höher. Temporäre Arbeiten, wie Hasenschminken, Verpacken oder sonstige Handarbeiten werden bevorzugt von Frauen ausgeführt, was den hohen Frauenanteil erklärt.

 

 

 

Der Frauenanteil ist über die letzten Jahre stabil geblieben, wobei der Anteil an Kadermitarbeiterinnen seit 2014 um 10 % gestiegen ist. In den Altersgruppen der 30-49-Jährigen und unter 30-Jährigen sind deutlich mehr Frauen vertreten, als in der Kategorie der über 50-Jährigen. Im Berichtsjahr betrug der Frauenanteil in Führungspositionen 24%.

 

 

 

Alle unsere Mitarbeitenden unterstehen fortschrittlichen, schweizweit geltenden Gesamtarbeitsverträgen, wobei unsere temporären Mitarbeitenden dem GAV Personalverleih unterstehen und die festangestellten Mitarbeitenden dem L-GAV der Migros.
Die Anstellungskonditionen sowie das Arbeitnehmer- /Arbeitgeber-Verhältnis wird in den jeweiligen Gesamtarbeitsverträgen geregelt. Vor Ort gelten dieselben betrieblichen Leistungen für alle Mitarbeitenden. Festangestellte Mitarbeitende geniessen zusätzlich die überdurchschnittlichen Konditionen der Migros Gruppe.
Mit dem Gesamtarbeitsvertrag der Migros sorgt die M-Industrie und somit auch die Chocolat Frey AG für fortschrittliche Arbeitsbedingungen, die über das Gesetz und den Einzelarbeitsvertrag hinausgehen und den Arbeitnehmenden umfassenden Schutz bieten.

Wir sind uns der sozialen Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitenden bewusst und möchten jeglicher Benachteiligung aufgrund von Geschlecht, Herkunft oder Behinderung zuvorkommen.
Der Grundsatz der Nicht-Diskriminierung von Mitarbeitenden ist im Migros L-GAV verankert. Generell gilt: Gleicher Lohn für gleichwertige Funktionen, Leistungen und Erfahrungen.
Mit diesem Grundsatz garantieren wir unseren Mitarbeitenden eine faire, geschlechtsneutrale Entlohnung. Die Lohnberechnung erfolgt für alle neuen Mitarbeitenden anhand desselben Rasters, basierend auf den Komponenten Alter, Erfahrung und Funktionsstufe.
Lohnanpassungen bestehender Mitarbeitenden erfolgen anhand der Leistungsbeurteilung im Rahmen des M-FEE-Gesprächs (Mitarbeitende führen, entwickeln, entlohnen) zusammen mit dem Vorgesetzten. Der Durchschnittslohn für Männer und Frauen ist entsprechend gleich hoch.

Als fortschrittliches Unternehmen garantieren wir, unsere Mitarbeitenden bei erheblichen betrieblichen Veränderungen fristgerecht zu informieren. Mitteilungsfristen sind im L-GAV für jeden Mitarbeitenden ersichtlich.
Weiter sollen unsere Mitarbeitenden Beruf und Privatleben sowie Familie vereinbaren können. Dafür bieten wir unter anderem flexible Arbeitszeitmodelle, die Möglichkeit für Teilzeit-Arbeit, unbezahlten Urlaub und Auszeit sowie 18 Wochen bezahlten Mutterschafts- und drei Wochen bezahlten Vaterschaftsurlaub.

L-GAV

 

Vorsorge

Als ein Industrie-Unternehmen der Migros werden unsere Mitarbeitenden bei deren Vorsorge durch die Migros-Pensionskassen (MPK) betreut. Die Chocolat Frey-Mitarbeitenden profitieren damit von überdurchschnittlich guten Vorsorgeleistungen. Mehr Informationen zur Vorsorge von Mitarbeitenden der Migros-Gruppe finden sich im Geschäftsbericht der Migros-Pensionskasse und im Migros-Geschäftsbericht 2017.

 

Zusätzliche Leistungen

Als vorbildliches und verantwortungsvolles Unternehmen bieten wir unseren festangestellten Mitarbeitenden zahlreiche attraktive zusätzliche Leistungen: Nebst diversen Rabatten und Vergünstigungen (z. B. auf Migros-Klubschul-Kurse, Fitness, Hallenbad, Handy-Abo, Reisen von Hotelplan, Versicherungen etc.) kommen unsere Mitarbeitenden zudem in den Genuss von Vorzugszinsen und -preisen bei der Migros Bank oder Migrol, von zusätzlichen Cumulus-Punkten oder einem Angebot eines Sportclubs.

Mehr Informationen sowie eine umfassende Liste der zusätzlichen Leistungen finden sich auf der Karriere-Website der Chocolat Frey.

Als führender Schweizer Schokoladenhersteller ist uns die Arbeitssicherheit im Unternehmen und die Gesundheit unserer Mitarbeitenden besonders wichtig. Wir nehmen unsere Aufgaben und Verantwortung auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes entsprechend ernst.

Als Industrieunternehmen der Migros setzen wir die von der Eidgenössischen Koordinationskommission für Arbeitssicherheit genehmigten Migros Betriebsgruppenlösung um. Wir haben ein Sicherheitsmanagementsystem nach den 11 EKAS-Punkten für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz und der betrieblichen Gesundheitsförderung aufgebaut. Die Arbeitssicherheit ist im Unternehmensleitbild der Chocolat Frey AG verankert.

Jeder neue Mitarbeitende ist verpflichtet, die Ausbildung „Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz für Neueintretende“ zu besuchen.

In Zusammenarbeit mit der Arbeitssicherheitsgruppe legt unsere erfahrene Fachspezialistin für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz jährliche Sicherheits- und Gesundheitsschutzziele fest. Unter anderem werden dabei Schulungsschwerpunkte definiert, Massnahmen aufgrund von Gefährdungsermittlungen erarbeitet und Belange im Gesundheitsschutz bestimmt. Die Erreichung der festgelegten Ziele werden jährlich überprüft und dokumentiert.
Die Personalkommission (PEKO), als demokratisch gewählte Mitarbeitendenvertretung und unter anderem zuständig für Gesundheits- und Sicherheitsfragen, wird bei wichtigen Veränderungen informiert und erhält von jeder Sitzung der Arbeitssicherheitsgruppe eine Protokollkopie.

Chocolat Frey versucht alle Massnahmen zu treffen, die nötig sind, um den Schutz der physischen und psychischen Gesundheit zu wahren und zu verbessern sowie die Arbeitssicherheit zu gewährleisten. Jährlich werden interne Audits durchgeführt, um den Sicherheitszustand abzufragen. Dabei wird gezielt überprüft, ob die Sicherheitsmassnahmen nach baulichen, technischen, organisatorischen sowie personellen Veränderungen noch den Anforderungen entsprechen. Gleichzeitig praktiziert Chocolat Frey ein systematisches und nachhaltiges Gesundheitsmanagement, mit dem Ziel, den Mitarbeitenden vorbildliche Arbeitsbedingungen zu schaffen. Dabei wird insbesondere auch Rücksicht auf schutzbedürftige Personengruppen wie schwangere Frauen oder Jugendliche genommen.

Im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements wurden im Jahr 2017 zwei Massagesessel angeschafft, die von allen Mitarbeitenden gebührenfrei genutzt werden können.
Zusätzlich wurden Kampagnen für unsere Mitarbeitenden zum Thema Ergonomie am PC durchgeführt. Die Teilnehmenden erfuhren so, wie sie ihren PC-Arbeitsplatz richtig einstellen, um Rücken- und Nackenschmerzen zu vermeiden. Des Weiteren verfügen unsere Büro-Mitarbeitenden über ein Stehpult.

Alle Mitarbeitenden haben zudem die Möglichkeit, sich bei beruflichen aber auch privaten Anliegen jeglicher Art kostenlos an das spezialisierte und unabhängige Beratungsunternehmen SOBECO zu wenden. Die Inhalte der Beratungen sind selbstverständlich streng vertraulich und können persönlich, telefonisch oder online in Anspruch genommen werden. 2017 standen insbesondere persönliche respektive familiäre Themen im Mittelpunkt.

 

Kennzahlen


Unsere Bemühungen zahlen sich aus: 35 Unfälle wurden im Jahr 2017 verzeichnet, was 2.4 Betriebsunfälle pro 100‘000 Arbeitsstunden entspricht. Damit erreichen wir den tiefsten Wert seit fünf Jahren und erfüllen nachweislich unser gesetztes Ziel von maximal 2.5 Unfälle pro 100‘000 Arbeitsstunden.

In der folgenden Graphik sehen Sie die Art der Verletzungen, die 2017 auftraten:

 

 

 

Ausfallstunden und Absenzquote

Chocolat Frey verzeichnete im Jahr 2017 rund 78‘057 Ausfallstunden. Die Absenzquote der Berufsunfälle, Nichtberufsunfälle und Krankheiten (höchster Anteil) liegt in der Summe bei 5.4%.

 

 

Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Todesfälle haben wir nicht zu verzeichnen. Gleichwohl ist Chocolat Frey der Sicherheits-Charta der Suva beigetreten. Mit dem Präventionsprogramm „Vision 250 Leben“ will die Suva Berufsunfälle mit Todesfolge und schwere Invaliditätsfälle verhindern. Zu diesem Zweck wurden „Lebenswichtige Regeln“ für verschiedene Tätigkeiten erarbeitet, welche im Jahr 2018 im Fokus unserer Schulungstätigkeiten stehen werden. Die Kernaussage der Sicherheits-Charta ist: „Keine Arbeit ist so wichtig, dass man dafür sein Leben oder dasjenige seiner Mitarbeitenden riskiert.“ Die Chocolat Frey-Mitarbeitenden sollen lernen, eine gefährliche Situation besser einschätzen zu können und das Recht haben, Stopp zu sagen.

 

Mitgliedschaften und Auszeichnungen


Als Mitglied von amfori-BSCI (Business Social Compliance Initiative) und Sedex (Supplier Ethical Data Exchange) werden wir regelmässig von externen Kontrollinstanzen auf sozialverträgliche Produktions- und Arbeitsbedingungen auditiert. Dabei werden Themen wie Arbeitsbedingungen, Gesundheitsschutz und ethische Geschäftspraktiken überprüft. Im Jahr 2017 haben wir das SEDEX Audit ohne Abweichung erfolgreich bestanden.
Für unseren kontinuierlichen und nachweislichen Einsatz sowie das Engagement zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit unserer Mitarbeitenden wurden wir im Jahr 2014 mit dem Label Friendly Work Space ausgezeichnet und 2017 re-zertifiziert.


Seit rund 130 Jahren bauen wir Wissen auf und geben dieses an unsere Nachwuchskräfte weiter. Qualifizierte Mitarbeitende sind eine wesentliche Voraussetzung für ein erfolgreiches Unternehmen. Damit dies auch so bleibt, möchten wir gewährleisten können, dass sie stets auf dem neuesten Stand sind und ihre Kompetenzen stetig erweitern. Jeder Mitarbeitende soll sich frei entfalten und seine persönlichen Stärken entdecken und entwickeln können.
Im periodischen und persönlichen M-FEE-Gespräch (Mitarbeitende führen, entwickeln, entlohnen) werden die persönlichen Entwicklungsperspektiven und individuelle Aus- und Weiterbildungsmassnahmen mit dem direkten Vorgesetzten vereinbart. Zusätzlich können Mitarbeitende Lehrgänge und Kurse in der Migros-Klubschule unter finanzieller Beteiligung von Chocolat Frey besuchen.
Unsere Personalentwicklung ist Bestandteil der Personalpolitik und basiert auf den Leitlinien der Migros-Gruppe.

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Das bisherige System erlaubte ausschliesslich die Erfassung externer Ausbildungsstunden, weshalb wir für das Jahr 2017 keine umfassende und aussagekräftige jährliche Stundenzahl für Aus- und Weiterbildung rapportieren können. 26‘156 externe Ausbildungsstunden wurden letztes Jahr dokumentiert.
Ab dem Jahr 2018 berücksichtigt das neu implementierte Personalsystem zusätzlich zu den externen auch die internen Aus- und Weiterbildungsstunden. E-Learnings werden nach wie vor nicht zu den Ausbildungsstunden dazugerechnet.


Beschaffung und Partnerschaften

Mit unserer Beschaffungspolitik möchten wir nicht nur die qualitäts-, mengen-, termin- und kostengerechte Beschaffung sicherstellen, sondern auch unserer Nachhaltigkeitsziele umsetzen sowie die faire und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten und Produzenten fördern.

Die Beschaffung von Rohstoffen wie zum Beispiel Kakao oder Palmöl aus Ländern mit mangelhaften staatlichen Strukturen birgt vielfältige und komplexe Herausforderungen. Um sozialverträgliche Produktions- und Arbeitsbedingungen bei der Beschaffung sicherzustellen, arbeiten wir daher mit international anerkannten Sozial- und Nachhaltigkeitsstandards zusammen, wie beispielsweise amfori-BSCI, UTZ und RSPO.

Wenn immer möglich und sinnvoll, beschafft Chocolat Frey die Rohmaterialien direkt beim Produzenten im Ursprung und schaltet unnötige Handelsstufen aus. Des Weiteren schliessen wir nur Verträge mit Lieferanten ab, die sich mit unseren Geschäftspraktiken identifizieren können und unsere Beschaffungsgrundsätze umsetzen. Die Mehrzahl unserer Lieferanten sind langjährige Partner, deren Leistung jährlich anhand definierter Kriterien überprüft wird. Allfällige Abweichungen werden mit gezielten Massnahmen korrigiert. 2017 haben alle unsere Partner unsere Beschaffungsgrundsätze erfüllt.

Mit der Unterzeichnung der Allgemeinen Kaufbedingungen (AKBs) und des Formulars zur Erstbeurteilung verpflichten sich alle bestehenden und neuen Lieferanten zur Einhaltung der Beschaffungsgrundsätze, insbesondere auch des amfori-BSCI Verhaltenskodexes respektive eines äquivalenten Sozialstandards. Somit wird bereits zu Beginn der Geschäftsbeziehungen ein Bewusstsein für unsere sozialverträglichen Geschäftspraktiken geschaffen.

Um diese sozialverträglichen Arbeitsbedingungen in den Lieferketten gewährleisten zu können, fordert Chocolat Frey zudem regelmässige Audits von Lieferanten, die in einem amfori-BSCI-Risikoland produzieren. Die Länderklassifikation basiert auf den von der Weltbank entwickelten sechs World Governance Indicators. Die jährliche Liefermenge sowie eine gute und längerfristige Lieferbeziehung sind weitere Faktoren, welche die Auswahl von Risiko-Produzenten mitbestimmen.

Auditierte Betriebe erhalten mittels Auditbericht Massnahmen und Zuständigkeiten zur Korrektur der Abweichungen definiert, welche bis zum nächsten Audit umgesetzt werden müssen. Somit wird eine kontinuierliche Verbesserung der Arbeits- und Produktionsbedingungen gewährleistet.

Chocolat Frey hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 alle Produzenten in amfori-BSCI-Risikoländern in den Social Compliance Prozess einzubinden. 2017 wurden 80% der Chocolat Frey-Lieferanten als Nicht-Risikolieferanten klassifiziert. Alle anderen wurden gemäss den hier beschriebenen Richtlinien, in den Überprüfungsprozess eingebunden.

Sofern möglich beschafft Chocolat Frey AG Rohstoffe aus regionaler Produktion. So beziehen wir z. B. Milch aus der Schweiz. Der verarbeitete Zucker wird ebenfalls ausschliesslich in der Schweiz angebaut und verarbeitet. Eine 2017 veröffentlichte Studie zeigt, dass Schweizer Zucker einen besseren Umweltfussabdruck aufweist als Zucker aus der EU.

 

Der wichtigste Rohstoff der Schokolade, der Kakao, wächst ausschliesslich in den tropischen Regionen unserer Erde. Um die nachhaltige Beschaffung in den Lieferketten global gehandelter Rohstoffe sicherzustellen, setzt Chocolat Frey auf international anerkannten Standards.
 
Hauptrohmaterialien
Kakaobohnen

Kakaobohnen

Herkunft: Westafrika und Südamerika
Verarbeitung: Schweiz (Chocolat Frey)

Zucker

Zucker

Herkunft und Verarbeitung: 100 % Schweiz

Kakaobutter

Kakaobutter

Herkunft: Westafrika
Verarbeitung: EU

Milchpulver

Milchpulver

Herkunft und Verarbeitung: Schweiz

Haselnüsse

Haselnüsse

Herkunft und Verarbeitung: Türkei und Georgien
Röstung: Schweiz (Chocolat Frey)

Mandeln

Mandeln

Herkunft und Verarbeitung: Kalifornien und Australien
Röstung: Schweiz (Chocolat Frey) 

Das Nachhaltigkeitsverständnis der Chocolat Frey AG umfasst die gesamte Wertschöpfungskette: vom Anbau und der Beschaffung der Rohstoffe, der Produktion im Betrieb bis hin zum Konsum und Recycling.

 

 

1. Anbau & Beschaffung 

Chocolat Frey beschafft mehr als die Hälfte der Kakaobohnen aus langjährigen Partnerschaften mit lokalen Produzentenorganisationen in Westafrika sowie Südamerika. Der grösste Teil der Rohware stammt dabei aus Ghana, gefolgt von Ecuador und der Elfenbeinküste. Der Restanteil wird aus Jamaica sowie Venezuela bezogen.

 


2. Transport

Weil der Flugtransport aufgrund der Nachhaltigkeitsbestrebungen bei Chocolat Frey untersagt ist, werden die Kakaobohnen auf dem Seeweg und über Schienen und Strassen bis in die Schweiz transportiert, wo sie gelagert oder direkt verarbeitet werden. 

 

 

3. Produktion & Handel

In der Produktionsstätte in Buchs werden die Bohnen vorerst zu einer Kakaomasse verarbeitet, bevor diese „je nach Rezeptur“ mit den restlichen Hauptrohwaren, d.h. Milchpulver, Zucker, Haselnüsse und Mandeln gemischt und in die einzelnen Schokoladenartikel geformt werden. Chocolat Frey produziert einerseits Schokoladenprodukte für das Mutterhaus Migros und für Eigenmarken anderer Retailer. Andererseits stellt das Unternehmen Halbfabrikate für Industrie- und Food-Service Firmen her.

 


4. Distribution 

Die hergestellten Schokoladenprodukte gelangen per Bahn und Schiff sowie über Strassen zu den Retailern respektive zu den diversen Industrie- und Food-Service Unternehmen im In- und Ausland. 

 

 

5. Verkauf & Konsum

Am Ende der Wertschöpfungskette steht der Konsument, der das Chocolat Frey-Produkt in einem Migros Laden oder bei einem anderen Retailer kauft und geniesst. Chocolat Frey produziert hochwertige Schokolade für die ganze Familie und überrascht ihre Kunden stets mit innovativen Produkten und Prozessen.

UTZ - Kakao

Gemäss der Nachhaltigkeitsstrategie der Chocolat Frey AG müssen bis 2020 80% der Kakaobohnen aus UTZ-zertifiziertem Anbau stammen. Bereits jetzt beschaffen wir 97% der Bohnen in UTZ-Qualität. Die restlichen 3% der Bohnen stammen aus Jamaika und Venezuela, wo keine UTZ-zertifizierten Bohnen angebaut werden. Diese Bohnen dienen in ausgewählten Rezepturen zur Abrundung des Aromas in Kombination mit anderen Bohnen.

Im Verhaltenskodex (Code of Conduct) von UTZ sind Umwelt- und Sozialkriterien definiert sowie Anforderungen für eine gute Agrarpraxis festgelegt. Der schonende und verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen und der kontrollierte Einsatz von Dünger und Pestiziden sind Umweltkriterien, die von UTZ-Produzenten berücksichtigt und eingehalten werden müssen. Bei den Arbeitsbedingungen orientiert sich der Standard an die Konventionen der internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Kinder- und Zwangsarbeit sind strikt untersagt und auf UTZ-zertifizierten Betrieben muss die Verhandlungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen für alle Angestellten gelten.
Zur Aufrechterhaltung des Standards werden regelmässig Audits von akkreditierten und unabhängigen Gesellschaften durchgeführt.

Weitere Informationen

 

Partnerschaften und Projekte

Nebst dem Einkauf von UTZ-zertifizierten Kakaobohnen müssen bis 2020 mehr als die Hälfte der Kakaobohnen über mehrjährige Verträge direkt im Ursprung beschafft werden.  Diese direkten Beziehungen geben Chocolat Frey die Möglichkeit, zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Kleinbauern sowie der Rohwarenqualität beizutragen. 2017 wurden bereits 81% der Kakaobohnen über mehrjährige Agreements beschafft.

Weitere Informationen



RSPO - Palmöl

Nur knapp 20% der weltweiten Palmölproduktion ist RSPO zertifiziert. Das Palmöl der Chocolat Frey ist jedoch zu 100% RSPO segregated zertifiziert und wird von definierten und der Chocolat Frey bekannten Plantagen beschafft. Mit der Logistikvariante segregated wird die Trennung zertifizierter Ware von nicht zertifizierter Ware entlang der gesamten Lieferkette sichergestellt.


Die RSPO-Anforderungen an den Palmölanbau sind höher als die gesetzlichen Vorschriften in den Produktionsländern. Die wichtigsten Kriterien sind: Keine Rodung des Tropenwaldes, gerechte und sichere Arbeitsbedingungen, minimaler Einsatz von Chemikalien und kein Landraub.

 

Weshalb setzt die Chocolat Frey auf Palmöl und nicht auf alternative Pflanzenöle?

Sonnenblumen- oder auch Rapsöl haben eine andere Textur, einen anderen Geschmack und schlechtere Verarbeitungseigenschaften als Palmöl. Beide Pflanzenöle sind Öle und keine Fette, daher bei Raumtemperatur flüssig. Der Einsatz dieser Öle wäre unter vorgängiger Härtung möglich, wobei dies aufgrund der damit verbundenen Gesundheitsrisiken keine akzeptable Alternative darstellt. In Kombination mit härteren Fetten sind die genannten Pflanzenöle verwendbar, wenn ein Erweichungseffekt gewünscht ist.

Alle technologisch möglichen Alternativen zu Palmöl kommen ebenfalls aus den Tropen, sind jedoch weniger flächeneffizient. Palmöl ist 5-10 mal produktiver als beispielsweise Kokosöl und benötigt deshalb wesentlich weniger Fläche. Palmöl ist auch das einzige Öl aus den tropischen Regionen, für das Anbaustandards existieren. Das Ausweichen auf andere Öle ist für Chocolat Frey aktuell keine dauerhafte Lösung, denn die kritisierten Umweltprobleme würden damit lediglich auf andere Öle übertragen werden. Der einzig sinnvolle Weg ist die kontinuierliche Verbesserung des Anbaustandards für Ölpalmen.

Weitere Informationen


  • Nachhaltigkeit bei Chocolat Frey

    Verantwortungsvolles Handeln, nachhaltige Beschaffung und Umweltschutz sind gelebte Werte bei Chocolat Frey AG und seit jeher fester Bestandteil der Unternehmenskultur. Wir wollen mit unseren Unternehmensaktivitäten einen Mehrwert für Mensch und Natur generieren und haben uns dazu ambitionierte Ziele gesetzt.

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  • Umwelt

    Die Chocolat Frey AG sucht stets nach neuen Ansätzen, um den Einsatz von Ressourcen wie Energie und Wasser zu optimieren und gleichzeitig den Ausstoss von Emissionen wie Treibhausgase zu reduzieren. Mit definierten Zielen und Massnahmen will Chocolat Frey den langfristigen Erhalt funktionsfähiger Ökosysteme gewährleisten.

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  • Wirtschaft

    Die Chocolat Frey AG fördert das gezielte Wachstum mit nachhaltigen Produkten. Ein effizienter Rohstoffeinsatz und die vollständige Wiederverwertung aller eingesetzten Materialien helfen unnötige Verschwendungen jeglicher Ressourcen zu vermeiden und ökologische Kreisläufe zu schliessen.

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